"Ein zweites Leben für die Kunst" wurde im Kulturmanagement Network Magazin (am 15.07.2007 veröffentlicht. Inhalt sind die Möglichkeiten Second Lifes, der virtuellen Welt (eigentlich MUVE) für die Kunst. Lange Zeit sorgte das Metaversum in der Presse für falsche Annahmen und Spekulationen und wurde großteils lediglich von den Kollegen kopiert, was den "Hype" begründete.
Pierre Corell ist seit Ende 2006 Mitglied der virtuellen Welt Second Life und rezensierte anfangs vornehmlich Kunstobjekte und die neuen Web3D-Kunstwege (wie die Kinetische Kunst) und legte sie schriftlich nieder.
Vor allem sind es Fachschulen, die sich in Projekten und zum Teil sogar mit relevanten Themen für Diplomarbeiten in Second Life bewegen und nicht zuletzt auch deshalb ihre zweite Identität geschaffen haben. Die Volkshochschule Goslar und die Rheinische Fachschule Köln haben sich beispielsweise erfolgreich etabliert, obgleich die Präsenzausgaben höher sein dürften als das tatsächlich erwirtschaftete Budget – und auch unterschiedlich stark frequentiert sind.Wie auch in der VHS Goslar gibt es mehrere Initiativen von Institutionen, welche Kurse für den Einstieg in Second Life anbieten, was letztlich als emotionale Bindung gehändelt wird – wer einmal einen guten Kurs besucht hat, kommt gern wieder einmal vorbei. Zudem ist in der VHS – im Gegensatz zu den meisten Präsenzen – fast immer ein Ansprechpartner vor Ort anzutreffen. Neuigkeiten und Events werden über die praktische Funktion der Gruppenmitteilungen leicht bekannt gegeben. In viele Bereiche hat man nur als Mitglied Zutritt – was aber fast ausschließlich kostenlos ist – und so viele Möglichkeiten der Werbung bietet wie man Ideen hat. Eine gute Möglichkeit ist es, seine Präsenzen ins Internet durch Bildtafeln zu verlinken, entweder durch das bloße Bekanntgeben aber auch durch Verlinkungen in den Tafeln o.ä., die als Skripte definiert und mit einem einfachen Klick darauf ausgeführt werden. Metaversa, der Verein für Medien, Bildung und Kultur aus Berlin, macht hiervon beispielhaften Gebrauch. Zahlreiche „inworld“-Veranstaltungen finden auf deren Areal statt, die letztlich für die projekteigenen Themen Medien und Kommunikation sensibilisieren wollen. Interessenten, die zufällig auf das Areal stoßen, können durch Projekttafeln leicht mehr erfahren. Eine wirkliche Präsenz, im Sinne von anwesenden Mentoren, ist jedoch nicht zu beobachten. Von einigen deutschen Städten sind bereits minimierte Versionen aufgebaut, die jedoch nur vereinzelt wirklich interessant sind. So ist in Frankfurt City das Goethe-Haus begehbar, allerdings mehr als spartanisch eingerichtet und als lieblos zu bezeichnen. In anderen Städten, wie Berlin und München, gibt es derzeit in kultureller Richtung gar nichts zu erforschen oder zu erleben. Man ist jedoch gern zu Kooperationen bereit und für Ideen offen – denn dadurch wird Second Life erst zu dem, was es sein kann. Der Trend ist derzeit noch nicht abzusehen – ist doch SL eine mehr oder weniger eigene Welt, die vor allem durch die Medien voran getrieben wird. Möglichkeiten indes bieten sich viele, wenn man bereit ist, eine Präsenz aufzubauen, die nur geringe Einnahmen verspricht – aber eine Menge an Publicity. Versteht man es, sich zu präsentieren, sind mit Sicherheit auch reale Einnahmen möglich. Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden sind eine der herausragenden kulturellen Einrichtungen, die sich tatsächlich in SL zu vermarkten versteht. Der Auftritt der Dresden Gallery ist vorrangig für jene Besucher interessant, welche die Möglichkeit eines realen Besuches nicht haben. Genaue Informationen zu den einzelnen Bildern, welche an den Wänden prangen, werden in Form einer Notecard bereitgestellt – einem Gästebuch, das bereits mit beeindruckenden Einträgen gefüllt ist. Was der Galerie wie auch den meisten anderen Kulturinstitutionen zu wünschen wäre, sind mehr Initiativen für eine werbewirksamere und dauerhafte Präsenz. Dies lässt sich wiederum nur durch rege Aktivitäten erreichen, wie z.B. Veranstaltungen mit Künstlern oder Verlagshäusern. Regelmäßige Lesungen per Voice-Chat, in Bearbeitung stehende Hörbücher als Vorschau zum Download und dergleichen mehr werden bereits werbeträchtig erprobt. Nicht zuletzt kann man in Second Life seine Werke zu symbolischen Werten verkaufen, was derzeit vor allem bei Bildern angewandt und ebenfalls durch Skripte realisiert wird. Für werbewirksame SL-Auftritte stehen mittlerweile viele Anbieter mit Komplettlösungen im Internet zur Verfügung. Hierbei werden reale Umsätze gemacht, die jedoch für den ein oder anderen durchaus eine Investition wert sein könnten. Institutionen, vor allem aus der Kunstbranche, können in Second Life ihre Projekte – seien es Ausstellungen oder Ankündigungen – leicht in Szene setzen und damit Anerkennung durch interessante Inhalte und Themen erlangen. Eine Präsenz in Second Life taugt wenig, wenn sie nicht gepflegt wird. Was es braucht, sind Liebe zum Detail und Inhalte. Durchaus lässt sich der virtuelle Auftritt auch auf vereinzelte Events reduzieren. Wichtig hierbei ist, dass es in den zahlreichen einschlägigen Onlineportalen, über Gruppenmitteilungen und – nicht zuletzt – auch durch persönlichen Kontakt publik wird.Ein zweites Leben für die Kunst
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